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Jörg Schieke bewegt sich durch Räume und Zeiten - mit der Lust an magischer Übertreibung und poetischem Spiel. Der Kleine Prinz und Theodor W. Adorno, die Jazzpianistin Aki Takase oder der Fußballer Horst Hrubesch, die Heilige Elisabeth oder Doktor Schiwago - sie alle und v.a. tauchen auf, werden kurzgeschlossen mit Schiekes eigener Biografie und hereingeholt in einen Text, der das rhythmische Grundklopfen mit einem erzählerischen Kern zusammenführt. Den Gedichten beigegeben sind sieben Prosastücke, sieben überbelichtete Erinnerungen an Zustände des Zu-Sich-Kommens oder Aus-der-Welt-Fallens.

 

Aus dem Buch:

 

Auf meinem Backenzahn,

 

unten, hinten links, trag ich seit langem
eine Kinderkrone. Aus meinen Krönungs-

jahren. Nun Zahn krank, Königreich praktisch

unregierbar geworden. Lieber hätt ich

 

ein Gerstenkorn. Aber die körperlichen

Defekte interessieren sich wenig für die

Animositäten der Seele, für das, was gemein-

hin Melancholie. Gemeinhin ist auch

 

so ein Wort, das ich, laut einer Weisung

von Königinmutter, gar nicht benutzen

darf. Trotzdem wollte ich immer
vom Schreiben leben; beschreibe, wie

 

sich das Fern- in das Nahzeitgedächtnis

schiebt, in Schwaden, Reaktionen; was
sich unter der Krone abspielt, in heftigen

Schlägen. Schmerz auf kalt, Kitsch auf heiß.

Chin-chin, der Weg führt ins Mondgestein/ erscheint im Mai 2026

    • Name: Chin-chin, der Weg führt ins Mondgestein 

    • Autor: Jörg Schieke

    • Verlag: poetenladen Verlag

    • Seitenzahl: 94 Seiten

    • Sprache: Deutsch

    • Größe:  14.6 x 1.3 x 20.6 cm

    • Erscheinungsjahr: 2026

    • Preis: 19,90 €

    • ISBN - 13: 978-3-948305-32-1

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